Premiere kiest voor Nagravision

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München - Der Abosender Premiere hat sich für Nagravision als neues Verschlüsselungssystem entschieden.

In einer letzten Runde standen fünf Conditional-Access-Systeme (CA) zur Auswahl. Nagravision ist das CA-System des Schweizer Softwarehauses Kudelski. Das speziell für Premiere weiterentwickelte Verschlüsselungssystem wird im Herbst 2003 eingeführt. Die Zusammenarbeit zwischen Nagravision, einer Tochtergesellschaft der Kudelski-Gruppe, und Premiere ist langfristig angelegt. Über Details des umfangreichen Vertragswerkes haben die Partner Stillschweigen vereinbart. Vertraglich und technisch eingebunden in den Systemwechsel ist auch die Firma BetaResearch, die das bisherige Verschlüsselungssystem betacrypt 1 liefert.

"Das neue Verschlüsselungssystem ist ein wichtiger Baustein für das neue Premiere. Mit unserer Entscheidung für Nagravision haben wir im wahrsten Sinne des Wortes eine Schlüsselfrage gelöst", sagte Premiere-Geschäftsführer Dr. Georg Kofler. Das derzeitige Verschlüsselungssystem von Premiere gilt als geknackt und nicht mehr sicher. Premiere geht nach eigenen Schätzungen von 500.000 bis einer Million Schwarzsehern aus. Kofler: "Durch die Schwarzseher entstehen Premiere Umsatzausfälle von mindestens hundert Millionen Euro pro Jahr. Wir werden in Zukunft denjenigen, die uns beklauen, noch kräftiger auf die Finger hauen. Ab Herbst wird bei den Schwarzsehern der Bildschirm wirklich schwarz. In Zukunft wird man Premiere nur sehen können, wenn man auch an Premiere zahlt. Kriminelle Hacker und Karten-Dealer müssen sich nach einem neuen Geschäftsmodell umsehen. Der CA-Wechsel ist der entscheidende Schlag gegen Digitalpiraterie."

Für Premiere-Kunden erfolgt der Wechsel des Verschlüsselungssystems auf einfache Weise. Sie erhalten per Post eine neue SmartCard, die sie gegen die alte SmartCard in ihrem Digital-Receiver austauschen. Die SmartCard ist der Schlüssel zu den Abo-TV-Angeboten von Premiere. "Der Kartentausch ist für unsere Abonnenten einfach und unspektakulär - ähnlich wie bei Kreditkarten, deren Gültigkeit ausläuft, erhalten die Kunden eine neue, gültige Premiere-Karte", so Kofler. "Der unkomplizierte Wechsel war einer der Gründe, warum wir uns für Nagravision entschieden haben."

An der Auswahl des neuen Systems war ein Experten-Team aus Premiere-Mitarbeitern und externen Beratern beteiligt. Der Entscheidung lagen technische, ökonomische und strategische Kriterien zugrunde. Kofler: "Vor allem ging es uns darum, einen CA-Anbieter zu finden, der im technologischen Wettstreit mit Hackern stark, innovativ und ausdauernd ist. Der Kampf gegen Digital-Piraterie ist ein Hase-und-Igel-Spiel. Wir sind sicher, dass wir mit Nagravision den Hackern und Karten-Dealern immer ein entscheidendes Stück voraus sein werden. Die Kudelski-Gruppe ist aufgrund ihrer Erfahrung, Größe und Unabhängigkeit ein hervorragender Partner." Weltweit nutzen mehr als ein Dutzend der größten Abo-TV-Anbieter mit zusammen über 25 Millionen Kunden ein Verschlüsselungssystem von Nagravision.

Ein Argument für Nagravision sei auch die flexible Systemarchitektur gewesen. "Nagravision kann problemlos von anderen Abo-TV-Anbietern und Kabelnetzbetreibern eingesetzt werden und könnte damit eine Art CA-Standard für Deutschland werden", so Kofler. Premiere führt derzeit mit den maßgeblichen Unternehmen der deutschen Kabelindustrie Gespräche über künftige Verschlüsselungssysteme. Kofler: "Wir erwarten, dass auch die Kabelnetzbetreiber in Deutschland sich rasch für ein neues, sicheres Verschlüsselungssystem entscheiden, damit das Geschäftsmodell Abo-Fernsehen über alle Verbreitungswege eine solide Basis hat."

digitv.de

 



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